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Lacront Neu 15.08.2024 Donnerstag, 15. August 2024 00:42 | ||||
![]() Daniel Schweiz . ZH |
Bei der Baskenland-Fortsetzung meines resteverwertenden Gran-Canaria-Berichts ist das Prämissen-Dilemma in anderer Form präsent. Zwar hab ich hier vergleichsweise viel zu erzählen, um den Bericht über einen auch hier recht rasch abgehandelten Hauptgegenstand auf einen standesgemässen Umfang bringen zu können, aber nicht überall brauchbares Bildmaterial dazu, und schon gar kein recycletes. ![]() Die Nacht auf den Samstag, den 28. Oktober, war eine sehr kurze für mich. An dem Morgen musste ich für Ferienverhältnisse nämlich unverschämt früh aus den Federn, mich von meinem sozusagen liebgewonnenen Schlafsofa verabschieden, die letzten Sachen packen und mich von Maspalomas aus schliesslich zum zirka 20 Fahrminuten entfernten Flughafen von Gran Canaria chauffieren lassen. Wie beschrieben wurde es derart weit westlich und erst recht so spät im Oktober frühestens um 08.00 Uhr Ortszeit richtig hell - wie die sonst so sonnenverwöhnte Lage unseres Apartmenthauses dann plötzlich kühl, klamm und unwirtlich wirkte. ![]() Aber es war nunmal leider alternativlos. Der preislich interessante Direktflug zu meinem nächsten Ziel mit der mir bis dahin unbekannten Budget-Airline Volotea würde halt schon um 09.30 Uhr abheben. Das reichlich verspätet begonnene Check-in mit einer absolut zähflüssig abgearbeiteten Schlange von runden 50 Minuten machte nicht gerade einen positiven Ersteindruck und liess die Augenringe förmlich verhärten. Trotz der Tatsache, dass man auch erst eine Viertelstunde vor eigentlicher Abflugszeit mit dem Boarding anfing, rollten wir wahrhaftig mit bloss fünf Minuten Verspätung los. Auf so ein Check-in-Prozedere hin irgendwie kaum zu glauben, aber offenbar kam via Boarding nur sehr wenig zeitaufwändig in den Overhead Bins zu verstauendes Handgepäck mit in die Kabine. Meinen Rucksack musste ich aber dennoch dort rein verfrachten, denn wie sich herausstellte wurde mir ohne mein Zutun ein Flügelsitz mit beachtlicher Beinfreiheit zugeteilt - und in diesen Reihen darf nichts unter die Vordersitze. Unsere Spezialeinweisung für die im Notfall zu öffnenden Flügeltüren erfolgte leider etwas dilletantisch zeitgleich mit etlichen Lautsprecherdurchsagen, so dass man rein akustisch kaum etwas verstanden hat, weil sich verschiedene Stimmen und interessanterweise auch Sprachen überlappten. Nach Abklärung mit meinen Sitznachbarinnen hielt die Flugbegleiterin das Ganze nämlich auf Französisch ab. ![]() ![]() Trotz einigermassen abenteuerlicher Rahmenbedingungen verlief der eigentliche Flug dann aber wunderbar entspannt, und der unverhofft geschenkte Beinstreckplatz ermöglichte es mir gar noch ein wenig Schlaf nachzuholen, was ich in Flugzeugen sonst eher schlecht schaffe. Runde dreieinhalb Stunden später landeten wir von ein paar erschreckenden Absackern begleitet in Bilbao und dank der übersichtlichen Dimensionen des Flughafens konnte ich nur wenig später bereits Reisetasche und Mietwagen in Empfang nehmen. Natürlich wurde es in der kleinsten Kategorie mal wieder ein Fiat 500, wovon ich mit einer gewissen Vorgeschichte belastet einerseits weniger begeistert war, nach dem inzwischen dritten Antreffen andererseits aber mit seinen Kinks und Quirks vertraut bin. Oder hätte sein sollen, denn damals in England war ich nur Beifahrer und habe beim dortigen Exemplar mit Schaltung wohl nie bewusst wahrgenommen, wie man den Rückwärtsgang einlegt. ![]() Gut, dass ich dies zuvor doch noch erlernt habe, denn bei der folgenden Suchfahrt habe ich traurigerweise imstande sein müssen, den Wagen auch wenden zu können. Im Prinzip hätte ich gerne dieses Foto vom Food Court des Artea Saltokigunea aus nachgestellt - wenn man schon mal im Heimatland von Eroski ist, muss das schliesslich auch für seltene Perspektiven ausgenutzt werden. ![]() So musste ich nach fünf Minuten Suchens dann aufgeben und setzte meine Fahrt in Richtung des nächsten Ziels im Baskenland fort, Vitoria-Gasteiz in rund 80 km Entfernung. Der ungnädige Fiat plagte mich dabei anfänglich mit einem unaufhörlich läutenden Gurt-Signalton, obschon ich ja korrekt angeschnallt war. Aber irgendwann nachdem ich Bilbao hinter mir gelassen hatte, hörte dies im Anschluss an eine kurze Navikabel-Justierpause einfach wieder auf. Warum auch immer. ![]() ![]() Auf diese Art verging die schöne Fahrt wahrhaftig wie im Flug und schon etwa 70 Minuten später war mein Domizil für heute Nacht erreicht, das Sercotel Boulevard im Norden von Vitoria-Gasteiz, hinter dem Conforama in der obigen Aufnahme zu sehen. Echt keine Ahnung was das Navi hier noch mit mir vorgehabt hätte - ich stand jedenfalls etwa zehn Minuten vor prognostizierter Ankunftszeit auf der stadteinwärts führenden Fortsetzung der N-240 schon an einer Ampel direkt rechts vom Ziel. ![]() ![]() ![]() Nach freundlichem Empfang stationierte ich den italienischen Rollschuh und brachte meine Sachen aufs Zimmer. Im Aufzug wurde auf einem viersprachigen Schild übrigens darauf hingewiesen, dass in dieser Nacht die Zeitumstellung erfolgt. Aber ich fand frisch von Gran Canaria mit eh einer Stunde Zeitunterschied eingetroffen, dass sich das für die paar Stunden jetzt auch nicht mehr lohnen würde, da noch an meiner Uhr zu fummeln. Was soll ich zu meinem dreiteiligen Studio mit separatem Wohn-, Schlaf- und Waschraum nur sagen? Eins der geräumigsten, elegantesten und für solchen Platz und Ausstattungs-Standard zudem preiswertesten Hotelzimmer (wobei der Begriff hier fast untertrieben ist), das ist je hatte. Ich hab mich richtiggehend verwöhnt und pudelwohl gefühlt, und für mich alleine mehr Platz zur Verfügung gehabt als zuvor zu dritt in Maspalomas. Das war echt jeden einzelnen Anfahrtskilometer wert. ![]() Einzig der Abfluss in der Dusche hat etwas träge gearbeitet. Aber dies Bémol in dem Lobgesang überhaupt anzustimmen erfüllt mich schon mit Demut. ![]() Im nahen Mercadona konnte ich anhand der zweisprachigen Rayonbeschriftungen mein Baskisch noch etwas aufpolieren. Aber wenn es nicht gerade ein offensichtliches Lehnwort ist, kann man in dieser bekanntermassen isolierten Sprache einfach gar nichts herleiten. ![]() ![]() Im riesigen, aber so ohne Vogelperspektive halt etwas unspektakulär zu fotografierenden Baskenland-Original Eroski gleich nebenan findet die faszinierende Sprache dagegen oft sogar den Weg auf Verpackungen von Eigenmarken. Beim anschliessenden Erkundungsgang zu einem typischen kleinen Dia für den zweiten Frühstückssachen-Haul lernte ich ausserdem das Quartier nördlich der unmittelbaren Innenstadt noch ein wenig kennen. Komplett geplättet von der ereignisreichen Anreise und all den neuen Eindrücken holte ich auf dem Heimweg noch eine gewisse authentische Pizza im Food Court neben dem grossen Hipermerkatua ab und schilderte nach deren teilweiser Verspeisung zurück im Sercotel einem gewissen Denis wieder einmal per Whatsapp, was für Züge eines bestimmten Wiedersehens in Riverton dies genüssliche Verschlingen aufwies. Ganz wie das bei uns eben verrückte Tradition ist, wenn einer von uns während des Urlaubs wieder mal mit der Präsenz eines Etablissements mit spezifischer Dachform im Logo gesegnet ist. ![]() Tags darauf durch eine erholsame Zusatzstunde an Schlaf erquickt und ein nahrhaftes Frühstück eben mit Pizzaresten gestärkt, machte ich mich tagesfertig, packte die letzten Sachen und verabschiedete mich schweren Herzens von meinem formidabelsten aller Studios. Nach dem Auschecken belud ich den Fiat und lenkte ihn auf die A-1, die im Gegensatz zur gestern genossenen N-240 zwar eine richtige Autovia war, aber zum guten Glück fast genauso leer, was wiederum ein fantastisches Aufsaugen aller herrlichen Landschaftseindrücke erlaubte. Als Schweizer fühlt man sich hier einfach heimisch, gerade so im Herbst sah es da wirklich irgendwie wie in der Romandie aus. ![]() ![]() Denn dies ist der Parque de Atracciones Monte Igueldo, auf dem Hausberg etwa nordwestlich der Stadt Donostia-San Sebastián gelegen. Den Coaster-Connaisseuren mit Hang zum Seltenen oder Kuriosen vielleicht als Standort einer weltweit wohl ziemlich einzigartigen und wie keine zweite ins Gelände eingebetteten Hochschaubahn bekannt - daher das Transitions-Apropos. ![]() Auch zu eher rauen klimatischen Bedingungen wie bei meinem Besuchszeitpunkt hauen einen diese Weitblicke einfach nur um! Von praktisch überall auf dem Gelände her sieht man auf die Stadt, die malerischen bewaldeten Hügel dahinter, auf die berühmte Bahía de la Concha hinunter und ihren wunderbaren Strand, auf die wie ein Wehr gegen den Wellengang wirkende Isla de Santa Clara mit ihrem historischen Leuchtturm... Oder schlichtweg aufs tosende offene Meer hinaus. Traumhaft schön. Weil die von Vitoria-Gasteiz herkommende Fortsetzung der A-1 sozusagen gleich in eine Einfallachse des Quartiers am Fusse des Hausbergs mündet und sich die Hochfahrt dementsprechend leicht gestaltet, bin ich gleich mit dem Auto da rauf und habe darauf verzichtet, eine am Wochenende vermutlich fruchtlose Parkplatzsuche an der Talstation der ebenso renommierten Standseilbahn zum Ziel hinauf zu wagen. Ähnlich wie in Yellowstone wird an einem Mauthäuschen vor dem obenan erkennbaren Gipfelparkplatz eine kombinierte Parkier- und Eintrittsgebühr pro Fahrzeug und Insasse erhoben, in meinem Falle also €2.50. Soweit ich mich erinnern kann wurde hier im Gegensatz zu den Fahrgeschäften nur Bargeld akzeptiert, also unbedingt für etwas Münz sorgen, wenn die Anreise mit einem fahrbaren Untersatz erfolgt. Bestimmt ein Grund, mal mit etwas mehr Zeit an einem weniger geschäftigen Wochentag zurückzukehren - ich nehme sowas sonst immer sehr gerne mit. ![]() Nun aber auf zum eigentlichen Rechtfertigungsgrund für die heute bereits absolvierten 111 km, zur Scenic Railway mit dem wohl beeindruckendsten Setting und der spektakulärsten Aussicht überhaupt, Montaña Suiza! Ich war so hibbelig, dass es mich gar nicht wurmte, in der baskischen Übersetzung keinen Verweis auf meine Heimat im Namen zu finden - denn dieser lautet einfach Mendiko Trena, also Bergzug. ![]() Meine erste Achterbahn mit mitfahrendem Bremser. Und zudem ein Exemplar, bei dem streng genommen weder Woodie noch Steelie eine gänzlich zutreffende Klassifizierung ist, denn im Wesentlichen sind die Züge hier auf sehr dünnen Eisenschienen in einem beinah vollständig ins natürliche Terrain gehauenen Felsentrog unterwegs. In meinen Chat-Schilderungen an mehrheitliche Coaster-Muggel hat sich im Schalk der Begriff Stoner dafür etabliert. Mit €2.80 ist man hier dabei. Und zu allem Überfluss an Einzigartigkeit sind hier auch noch Züge unterwegs, die sich aus zwei Zehnerwagen zusammensetzen, mit dem Mitfahrpodest für den Bremser dazwischen. Und da hat man geglaubt, mit den Achterwaggons auf Big Dipper und dem Nickelodeon Streak in Blackpool alles gesehen zu haben! ![]() Die Fahrt an sich ist rasch nacherzählt. Per Rechtskurve verlässt man die ohnehin ziemlich erhöht gelegene Station und hügelt sich danach hinter den Buden der zentralen Fressmeile sinnbildlich über Stock und Stein. Zuerst saust man mittels eines Double-Downs talwärts, ein Bunnyhop führt einmal hoch und unter einer publikumswirksam platzierten Brücke verschwindend wieder runter, und im Anschluss an die folgende Auffahrt hin verharrt das felsige Streckentrassee schliesslich auf deren Zenithöhe. Wer aufgrund totaler Absenz von Sicherheitsgurten oder -bügeln in den geradezu altertümlichen Fahrzeugen Airtime auf diesem bestimmt urigsten aller geländeausnutzenden Parcours-Verläufe erwartet, wird wohl oder übel enttäuscht werden. Einerseits tut natürlich der Bremser mit Rücksicht auf zahlreiche hier mitfahrende Kinder seine Pflicht, andererseits sind die Sitzreihen auch so eng, dass man sich mit einer Hosenbeinlänge von 32" durch Knieberührung der Vorderlehne schlicht selbst festkeilt. Ähnlich wie auf dem Wild Chipmunk in Denver ist man hier als Erwachsener durch seine Schossform einfach sein eigener Sicherheitsbügel. ![]() Es schliesst sich der wohl ikonischste und bekannteste Teil der Bahn an: Nun geht der Schienenverlauf vom ultimategleichen Ground-Hugging auf sein eigenes steinernes Viadukt über und man umrundet darauf gemächlich den kleinen Bötchenteich, wobei sich in der zweiten Hälfte dieser annähernd 180° absolvierenden Kehre eben einer der ultimativen Achterbahn-Ausblicke überhaupt auftut - auf die wilde Biskaya zirka 180 Höhenmeter unter und neben einem. ![]() ![]() Jetzt hakt man sich für eine Anlage dieses Alters erstaunlich ruckelfrei in einen geschätzt fünf Meter überwindenden Lifthill ein, der auch noch mit ganz unverhofft stolzem Tempo arbeitet - das grandiose Panorama dabei stets zur linken Seite. Für Zuschauer von aussen faszinierend und auch etwas besorgniserregend: Ein Hüne wie vom Parc Saint-Paul könnte hier wohl ohne weiteres in den Seilzug greifen. Oben angekommen wiederum der Schwerkraft überlassen findet auf dem finalen flachen Viadukt-Abschnitt nun eine kleine Kurskorrektur nach rechts und damit etwas vom Meerblick weg statt, daraufhin wird ganz im Stil eines alten Arrow-Minetrains oder auch von Thunderbolt in Kennywood die grösste Schussfahrt der Bahn zum krönenden Abschluss überwunden. ![]() Monaña Suiza ist vor allem eins: einzigartig. Den ultimativen Nervenkitzel darf man dabei natürlich nicht erwarten. Aber hier fährt man halt wirklich eher wegen des Settings und der pittoresken Rundumsicht hin und mit, wie eben auf anderen Hochschaubahnen auch. In gewisser Weise ist das von den Charakteristika her eine ähnliche Bahn wie der einstmalige High Roller auf dem Stratosphere Tower in Las Vegas: ein an sich familientaugliches Gefährt in ziemlich schwindelerregender Höhe. Nur halt doch fundamental schöner in ein gänzlich natürliches Setting eingebettet und zudem auch schon ein paar Generationen mehr erfreuend, denn schliesslich wird das gute Stück in vier Jahren bereits ein volles Jahrhundert alt. ![]() Und weil es für die ausgewachsenen Exemplare jener Spezies sonst nicht mehr allzu viel zu tun gibt hier und das hier tippende aufgrund des Folgeprogramms zudem etwas an Zeitmangel litt, folgt eben schon die Restfoto-Parade. ![]() ![]() Der bereits umrundete Bötchenteich Barcas del Estanque. Der baskische Schriftzug darunter gibt übrigens keine ähnlich wie beim Bergzug etwas freie Übersetzung der spanischen Bezeichnung wieder, sondern ist ein schlichtes "Willkommen", da dies vom Parkplatz her antrabend eine der ersten sichtbaren Attraktionen ist. ![]() Kinderschleife Tren de Igueldo Carrusel Die Trampoline Camas Elásticas waren auch bei herbstlichen 13°C nur ohne Schuhwerk behüpfbar. Soweit ich das vom Parkplan und diesem Bild aus Tobias' damaligem Bericht her erkennen kann ist auf der bepflanzten Fläche links daneben früher eine mehrbahnige Riesenrutsche verlaufen, die es aber wohl seit einiger Zeit schon nicht mehr gibt. Bisher habe ich nicht rausfinden können, wann genau diese abgebaut wurde. Das Kanalfahrts-Oval Río Misterioso hätte mich grundsätzlich auch zu einer Fahrt gereizt, da hier wohl ein ähnlich prächtiges Panorama aufs Meer geboten wird wie auf Montaña Suiza, aber halt mehr gegen die Bahía de la Concha ausgerichtet. Letztlich schreckte mich dann aber die doch recht stolze Schlange dafür etwas ab, ich hatte ja noch einiges vor heute. ![]() Ich mein... Whoa. ![]() Und mit diesem abschliessenden Bild wäre die Berichterstattung zum Parque de Atracciones Monte Igueldo auch schon zu Ende. Ein absolut lohnenswertes kleines Juwel von Familienpark, das man alleine schon der Aussicht wegen unbedingt mit einem Besuch beehren sollte, wenn sich die Gelegenheit dazu bietet und man eh in der Gegend ist. Ich bin ich zwar ungeheuer froh, dass ich mein Vorbeischneien auf einen Sonntag legen konnte, wo die Fahrattraktionen auch tatsächlich in Betrieb sind und ich so in den Genuss der einmaligen Montaña Suiza kam. Aber im Nachhinein würde ich da auch nur für die wahrlich eindrucksvollen Vistas mit der ganzjährig fahrenden Zahnradbahn wieder hoch, sollte es sich mal wieder ergeben. Admittedly ist das im Rahmen eines typischen Coastertrips nicht ganz leicht, aber in das wunderschöne Baskenland reist man ja per se nie umsonst. ![]() Zum Ausklang und Abrunden des Berichts folgen nun noch einige Eindrücke des eigentlichen Grunds, an den Gran-Canaria-Kurztrip noch ein Festlands-Add-on anzuhängen: Bilbao. Zwar schwirrte mir diese Trenddestination schon länger als Hirngespinst im Kopf rum, so richtig konkretisiert hat es sich erst durch den Flug mit Air Europa nach Madrid Ende Mai, wo direkt neben meinem Ankunftsgate in Barajas eine eben Bilbao ansteuernde Anschlussverbindung derselben Gesellschaft parat stand. Eine durchaus denkbare Alternative zum preislich oft enorm schwankenden und zudem mit gewissen Negativ-Schlagzeilen vorbehafteten Edelweiss-Direktflug ab Zürich. Irgendwann im Verlaufe des Jahres kam sogar noch ein weiterer Player ins Spiel, nämlich die bereits nach Málaga ausprobierte Vueling. Als dann die Daten für Gran Canaria standen und die immer wieder geprüften Preise für passende Flüge, den Mietwagen und die beiden Hotels an diesem Oktoberwochenende optimalerweise auch fürs Baskenland noch günstig waren im Vergleich, ergab sich das Ganze schliesslich einfach wie von selbst. ![]() Nach einer runden Stunde auf dem Monte Igueldo bestieg ich also wieder den Fiat und programmierte das Navi in Richtung des anvisierten Ziels, dieses Mal mit ausdrücklicher Erlaubnis Mautstrassen zu nutzen, da ich sonst doch um einiges mehr Fahrzeit benötigt hätte. Etwa 100 km und 80 Minuten später, sowie um insgesamt €14.05 an Peaje erleichtert (€12.70 für die Autobahnstrecke und noch einmal €1.35 für den Stadttunnel durch den Hausberg, zu einem extra-miesen Mastercard-Kurs ![]() ![]() Die Rede ist freilich vom berühmten Guggenheim-Museum, dessen Eröffnung 1997 der Stadt und ihrem ganzen Umland zu frischem Wind und wirtschaftlichem Aufschwung verhalf. Hier zu sehen ist der Haupteingang mit der bekannten Puppy-Skulptur davor - schon seit 1992 existent und 1995 hierher verpflanzt, und damit bereits vor der Eröffnung des Museums ein Blickfang für alle Selfinistas und Instagrammer, lange bevor es diese Wörter und Social Media überhaupt gab. ![]() Da es just bei meiner Ankunft zu tröpfeln begann hatte ich erst recht einen guten Grund, den eigentlichen Pflichtbesuch gerade jetzt anzusetzen und mich ins trockene Innere der imposanten Errichtung zu flüchten. ![]() ![]() Im einen Lift, dessen leicht kurviger Schachtverlauf den Hallenkonturen angepasst ist, verschaffen wir uns einen Überblick. Stilecht natürlich auch auf baskisch. ![]() Der direkt an die zentrale Lobby gebaute Laufschriften-Raum von Jenny Holzer ist da insofern ein Sonderfall, weil er sich vom Erdgeschoss aus bis in die Etage darüber mit den Wechselausstellungen erstreckt. Besonders unten stehend und nach oben schauend kann einem da richtig schwindlig werden beim Fotografieren. ![]() Die in ihrer Planung besonders rigide auf Freizeitparks fokussierten Besucher kommen vermutlich am ehesten in der Irrgarten-Installation La Materia del Tiempo auf ihre Kosten. ![]() Picasso-Ausstellung. Da ist wortwörtlich viel Schrott dabei, denn Kunstmaterialen waren im belagerten Paris natürlich Mangelware. ![]() Die permanenten, oft eingens für das Museum hergestellten Werke im dritten Stock. Auch hier sind viele der Ausstellungsstücke für meinen zugegeben alles andere als sachkundigen Kunstgeschmack mehr unterhaltsam als so richtig künstlerisch wertvoll. Aber das liegt bekanntermassen im Auge des Betrachters. ![]() Manche Gemälde strahlen halt schon gewisse Säulen-des-Herkules-Vibes à la Thyssen-Sammlung in Madrid aus. ![]() Diejenigen, denen dies womöglich zu persönlicher Erfüllung gereicht, dürfen dem, äh, Bild Villa Borghese auf einem Touchscreen daneben weitere Emotionen wie Angst, Freude, Scham etc. hinzufügen. Quel concept. ![]() Obschon es in ganz Bilbao ja flächendeckend kostenloses WLAN gibt und es für mich daher nicht unmöglich gewesen wäre, mich per Smartphone für einen Zeitslot zur Führung durch die, nun ja, spacige Leuchtgirlanden-Installation von Yayoi Kusama im Estrich einzutragen, gab ich dann doch anderem noch den Vorzug. ![]() Nach etwas mehr als eineinhalb Stunden hatte ich das potentiell Wichtigste dann durch und begab mich via Merch-Paradies wieder nach draussen. Ich will es mal so ausdrücken: Hätte man den Euro noch zu einem Kurs wie anno dazumal umgerechnet, hätte mich der Eintrittspreis für das Guggenheim-Museum schon ein bisschen gereut. Vieles von dem, was man hier zu sehen kriegt, ist für mein persönliches Empfinden halt wirklich eher belustigend als erhellend. ![]() ![]() ![]() Nach dem Besuch im Museum habe ich es noch ein wenig umrundet, wodurch man die von aussen frei zugänglichen Installationen wie den Silberkugel-Haufen und die Wild-Wild-West-Spinne an der Promenade vom Nervión etwas besser betrachten konnte. Apropos: Wäre das für Clarissa nicht eine herrlich kultivierte Schimpfnamens-Variation gewesen, die man Ferg-Face hätte um die Ohren hauen können? ![]() Ziemlich gerädert von den heutigen Erlebnissen ging es im Anschluss an einen kleinen Innenstadtrundgang dann zum Fiat zurück und erneut durch den Stadttunnel in nun nördlicher Richtung. Ziel war das Holiday Inn Express in der Flughafengemeinde Derio, wo ich wiederum eine sehr kurze Nacht zubringen würde, da der Heimflug nach Zürich eben mit Vueling tags darauf in aller Herrgottsfrühe schon um 06.55 Uhr abheben würde und ich entsprechend früh und nah am und beim Bilboko Aireportua sein musste. ![]() ![]() ![]() Bis auf einen müffelnden Sitznachbarn verlief der frühe Rückflug absolut reibungslos und ziemlich genau zweieinhalb Stunden nach pünktlichem Abheben war ich auch schon wieder zu Hause, da frühzeitig in Kloten gelandet auch sofort das Gepäck ausgeteilt wurde und ich einen veritablen fliegenden Wechsel auf meine S-Bahnen und unseren Stammbus mit jeweils exakt passendem Anschluss hatte. Einfach fantastisch, wenn in der Beziehung schlicht mal alles klappt. ![]() Gänzlich ohne unschönen Epilog darf der Bericht zum Baskenland-Add-on jedoch leider nicht bleiben, denn zwei Vorkommnisse trüben die anfänglich so tollen Erinnerungen an meine Abenteuer in dieser sympathischen Region Spaniens im Nachhinein schon ein wenig. Als erstes tauchte in der Oktober-Abrechnung eine Zusatzbelastung von €59 für die Airline Volotea auf, bei der ich meine liebe Mühe hatte rauszufinden, worum es sich dabei überhaupt handelt. Schlussendlich stellte es sich als die Jahresgebühr für ihr Treueprogramm heraus, für die ich im doch reichlich komplexer als bei anderen Gesellschaften ausfallenden Wirrwarr der Zusatzoptionen und Extras beim Buchen wohl irgendwo unbemerkt meine Zustimmung gegeben habe. Zum Glück war dies Auflösen eine unkomplizierte Sache weniger E-Mails, und auf der nächsten Monatsrechnung wurde mir der Betrag erstattet, wechselkursbedingt halt mit einem Verlust von 60 Rappen. ![]() ![]() Und zweitens erreichte mich mit der über die Weihnachtstage eingetrudelten Dezember-Rechnung noch eine mysteriöse Belastung von Avis über €33.88. Mittels einer raschen Google-Suche fand ich heraus, dass dies eine Standard-Bearbeitungsgebühr für während der Anmiete begangene Verkehrsdelikte ist. Ich war einigermassen perplex, da ich mich an keine Situation im Oktober erinnern konnte, wo ich die Verkehrsregeln gebrochen hätte. Avis schickte einige Tage später eine extrem detailliert mit Eichungsprotokollen und dergleichen vollgepackte E-Mail, aus welcher zwar hervorging, dass ich eine halbe Stunde vor der Fahrzeugrückgabe die Höchstgeschwindigkeit missachtet hätte, aber wo genau dies passiert sein soll konnte ich aus all den Unterlagen dann doch nicht herauslesen. Anhand der Uhrzeit auf der aufbewahrten Tankquittung reimte ich mir zusammen, dass es mich höchstwahrscheinlich vor dieser Kurve auf das Flughafen-Teilstück BI-631 geblitzt haben muss. Baustellenbedingt war die Höchstgeschwindigkeit in der eigentlichen Kurvenunterführung 50 anstelle der üblichen 60 km/h, aber der Blitzer (wenn es der denn war) steht da halt ein stolzes Stück vor der Talfahrt und der unmittelbaren Bauzone unten in der Kurve, wo ein reduziertes Tempo aufgrund der Enge absolut gerechtfertigt wäre. Fieserweise tappen so halt alle Fahrer in die Falle, die Rücksicht auf die gen BI-631 in Südrichtung Abzweigenden nehmen und an der Stelle im dritten Gang ausrollen lassen. Um es an der Stelle überhaupt auf 50 runter zu schaffen und den Blitzer dadurch nicht auszulösen ist wohl oder übel eine alle anderen behindernde Vollbremsung nötig. Lektion gelernt, aber für sowas Gemeines muss ich an sich nicht extra verreisen, das kann ich auch zu Hause haben. ![]() ![]() Aber seis drum. Im Nachhinein ist man immer schlauer und meine schlechten Erfahrungen können trotzdem noch Besuchsinteressierten ja auch eine wertvolle Warnung sein. Um den Bericht nicht auf einer sauren Note enden zu lassen, hier noch etwas womöglich Erheiternderes vor dem Schlusswort: Wer genau mitgelesen hat wird feststellen, dass der Inselaufenthalt auf Gran Canaria und das Baskenland-Wochenende als eine Einheit abgehandelt wurden und demnach noch das effektiv vierte Mal fehlt, zu dem ich in jenem Jahr in Spanien aufgeschlagen bin. Tatsächlich ging es anfangs Dezember nochmals für ein paar Tage in die Hauptstadt, da es sich terminlich anbot und ich beim ersten Mal einfach nicht genug Zeit für alles noch Erkundungswürdige hatte. An meinem letzten Tag vor der Abreise wären die beiden Freizeitparks anlässlich des jeweils am 6. Dezember als Feiertag begangenen Día de la Constitución sogar geöffnet gewesen, allerdings gab ich dann noch einem etwas ruhigeren Programm u.a. in Aranjuez (obenan gezeigt) und einem Rust-Schrägstrich-Melide-mässigen Stadtpark in Torrejón de Ardoz den Vorzug. ![]() Grauzonen-Count oder eine für Bahnensuchtis allzu aufreizend daherkommende Kinderschleife? Aber die Geschichte kann ich bei Interesse ein anderes Mal in der Ex-Tagesschau erzählen. Vorderhand bedanke ich mich für die Lektüre! ![]() |
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Runner Neu 18.08.2024 Sonntag, 18. August 2024 16:22 | ||||
![]() Dominik Leinen Beilingen Deutschland . RP |
Sag Bescheid, ich will auch! Also primär für den Stoner, aber die Standseilbahn würde ich auch mitnehmen. ![]() Den ein oder anderen Querverweis/ Anspielung im Prolog hab ich zwar nicht kapiert, das mag aber meiner Müdigkeit geschuldet sein. Ansonsten wie gewohnt ein erquickend sprachgewandter Bericht mit ein paar hübschen Bildern, die den Abstecher zum Monte Igueldo auf der Wunschliste mal wieder ein paar Positionen nach oben schieben. |
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schrottt Neu 18.08.2024 Sonntag, 18. August 2024 22:24 | ||||
![]() Sven Lakemeier Deutschland . BY |
Da die Laufschienen der Bahn auf Beton liegen würde ich sie eher als einzige Betonachterbahn der Welt bezeichnen, direkt auf Stein liegt sie ja nicht auf.
Gibt es den Weltraum-Darkride noch? Der war 2012 sehr skurril. |
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Lacront Neu 19.08.2024 Montag, 19. August 2024 09:55 | ||||
![]() Daniel Schweiz . ZH |
Grundsätzlich gern, aber entweder gänzlich mit den ÖV damit man da unten keine Parklücke suchen muss, oder für den Fall dass doch irgendwie ein Auto im Spiel ist, dann mit mir in der Rolle des warnenden und seufzenden Beifahrers. ![]() Und dabei hab ich mich hier mit meinem sonst üblichen Gilmore-Bombardement noch zurück gehalten. Aber um den erwähnten Bernhard Hoëcker zu zitieren: "Ich hab Spass." ![]() Das ist genau die Krux beim Ausformulieren des Berichts. ![]() ![]() ![]() Kosmikar gibt es wohl noch, aber ich meine, der war auf dem Schild beim Parkplatz-Mauthäuschen ebenfalls als geschlossen angegeben an dem Tag. |
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